Was ist Credential Stuffing und wie können Sie es verhindern?

Credential Stuffing ist eine schnell wachsende Cyber-Bedrohung, bei der Angreifer gestohlene Anmeldedaten verwenden, um unbefugten Zugriff auf Benutzerkonten zu erhalten. Aber was genau ist Credential Stuffing, und wie können Sie Ihre Online-Assets davor schützen?

Dieser Artikel gibt Ihnen einen tieferen Einblick in diese Art der Bedrohung und zeigt Strategien auf, wie Sie sich dagegen schützen können.

Was ist Credential Stuffing?

Bei Credential Stuffing handelt es sich um eine Art von Cyberangriff, bei der Angreifer automatisierte Bots einsetzen, um gestohlene Benutzernamen und Passwörter auf verschiedenen Online-Plattformen einzusetzen, in der Hoffnung, unbefugten Zugang zu Benutzerkonten zu erhalten. Diese Angriffe beruhen auf einer einfachen, aber besorgniserregenden Tatsache: Viele Benutzer verwenden auf mehreren Online-Plattformen die gleichen Anmeldedaten. Selbst bei einer scheinbar geringen Erfolgsquote von etwa 0,1 % macht die riesige Menge an verfügbaren Anmeldedaten diese Angriffsmethode für Cyberkriminelle äußerst lukrativ.

Wie funktionieren Credential Stuffing Angriffe?

Innerhalb der vielfältigen Landschaft der Cyber-Bedrohungen hat sich Credential Stuffing als eine große Herausforderung herauskristallisiert. Aber was ist das und wie funktioniert es? So funktionieren Credential Stuffing Angriffe:

  1. Sammlung gestohlener Zugangsdaten: Angreifer beschaffen sich große Datensätze von Benutzernamen und Passwörtern. Diese können von früheren Datenschutzverletzungen, Käufen im Dark Web oder Passwort-Dump-Seiten stammen. Mit Millionen von Zugangsdaten (= Credentials) sind die Cyberkriminellen bereit zum Angriff.
  2. Aufbau der Grundlagen: Mit automatisierten Tools oder Skripten können Angreifer die gestohlenen Anmeldedaten in großem Umfang in die Anmeldeformulare anderer Websites eingeben. Einige nutzen sogar Botnets, Netzwerke aus kompromittierten Computern, um ihre Anmeldeversuche zu durchzuführen. Dies erschwert die Aufdeckung, da die Versuche von verschiedenen IP-Adressen ausgehen.
  3. Ausführung des Angriffs: Die automatisierten Systeme probieren die gestohlenen Zugangsdaten auf mehreren Websites gleichzeitig aus. Beliebte Ziele hierbei sind Bank-Websites, E-Mail-Anbieter, E-Commerce-Plattformen und soziale Medien. Da sehr viele User oft die gleichen Benutzernamen und Passwörter für unterschiedliche Plattformen verwenden, gelingt es den Angreifern relativ häufig, sich mit den gestohlenen Daten anzumelden.
  4. Unbefugter Zugriff & Missbrauch: Sobald die Angreifer sich Zugang verschafft haben, sind sie in der Lage, betrügerische Aktivitäten durchzuführen. Diese reichen vom Diebstahl persönlicher Daten und finanziellen Betrugsversuchen bis hin zur Verbreitung von Malware oder Erpressung von Lösegeld – die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß und äußerst besorgniserregend.
  5. Kettenreaktion: Häufig kann der Zugriff auf ein Konto zu Sicherheitslücken in anderen Konten führen. Angreifer könnten in einem Account Informationen entdecken, mit denen sie Zugriff auf weitere Plattformen erhalten. Damit können sie eine Kettenreaktion an Sicherheitsverstößen auslösen.

Im Wesentlichen nutzen Credential Stuffing Attacken die weit verbreitete Fahrlässigkeit der User aus, die für unterschiedliche Accounts die gleichen Benutzernamen und Passwörter verwenden. Diese Art der Angriffe tritt immer häufiger auf und wird immer raffinierter. Um sich dagegen besser verteidigen zu können, ist es wichtig, die Mechanismen dahinter zu verstehen.

Die wachsende Bedrohung durch Credential Stuffing

Zwei Hauptfaktoren tragen dazu bei, dass Credential Stuffing immer häufiger vorkommt:

  1. Verfügbarkeit von angegriffenen Datenbanken: Riesige Datenbanken wie z.B. "Collection #1-5" haben der Hacker-Gemeinschaft Milliarden von Benutzernamen- und Passwortkombinationen unverschlüsselt zur Verfügung gestellt.
  2. Ausgeklügelte Bots: Moderne Bots können mehrere Anmeldeversuche gleichzeitig unternehmen und dabei verschiedene IP-Adressen imitieren. Dadurch ist es schwerer, sie zu erkennen und zu blockieren.

Credential Stuffing vs. Brute-Force-Angriffe

Obwohl beide Angriffe darauf abzielen, sich unbefugten Zugang zu verschaffen, unterscheiden sie sich erheblich in ihrer Vorgehensweise:

  • Brute-Force-Angriffe: Bei diesen Angriffen werden Passwörter mit zufälligen Zeichenfolgen, allgemeinen Mustern oder Wörterbüchern erraten. Ihnen fehlt der Kontext früherer Einbrüche, so dass ihre Erfolgsquote viel geringer ist.
  • Credential Stuffing: Diese Methode nutzt bereits zuvor geknackte Anmeldedaten, vorausgesetzt, die Benutzer haben dieselben Anmeldedaten auf verschiedenen Plattformen verwendet. Dieser Weg verspricht aus Sicht der Angreifer einen deutlich größeren Erfolg.

Die Funktionsweise eines Credential Stuffing Angriffs

Wenn Sie den Modus Operandi dieser Angriffe verstehen, können Sie wirksame Gegenmaßnahmen entwickeln:

  1. Einsatz von Bots: Angreifer verwenden Bots, die Anmeldungen von verschiedenen IP-Adressen vortäuschen können.
  2. Paralleles Testen: Diese Bots testen gestohlene Anmeldedaten auf mehreren Websites gleichzeitig.
  3. Datensammlung: Erfolgreiche Logins liefern wertvolle Daten, die für Phishing-Angriffe, nicht autorisierte Transaktionen oder sogar für Verkäufe im Dark Web verwendet werden können.

Schutz vor Credential Stuffing Attacks: Ein Leitfaden

Um Ihre Online-Plattformen vor Credential Stuffing zu schützen, ist ein vielschichtiger Ansatz erforderlich:

  1. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA): Der Einsatz von MFA stellt sicher, dass Angreifer – auch mit den richtigen Anmeldedaten – nicht ohne einen zusätzlichen Überprüfungsschritt auf das Konto zugreifen können.
  2. CAPTCHAs: Herkömmliche CAPTCHAs können von ausgeklügelten Bots umgangen werden. Modernere Lösungen wie Friendly Captcha bieten jedoch eine stärkere Verteidigung. Friendly Captcha ist ein unsichtbares Captcha, das keine Interaktion des Benutzers erfordert. Es ist benutzerfreundlich und bremst Bots effektiv aus.
  3. Geräte-Fingerprinting: Durch das Sammeln von Daten über Benutzergeräte können Sie verdächtige Muster erkennen und potenzielle Angriffe blockieren. Dazu gehört die Überwachung von Parametern wie Betriebssystemen, Browsertypen und sogar Zeitzonen.
  4. IP-Blacklisting: Überwachen Sie regelmäßig IP-Adressen, die verdächtige Anmeldemuster aufweisen, und setzen Sie sie auf eine schwarze Liste. Dieser proaktive Ansatz kann potenzielle Angriffe im Keim ersticken.
  5. Rate-Limiting: Begrenzen Sie die Anzahl der Anmeldeversuche aus anderen Traffic-Quellen, die oft auf Bot-Traffic hindeuten. Dies kann besonders effektiv gegen Angriffe sein, die von kommerziellen Rechenzentren ausgehen.
  6. Blockierung von Headless Browsern: Diese Browser, die hauptsächlich von Bots verwendet werden, können identifiziert und blockiert werden, wodurch ein großer Teil der unberechtigten Zugriffsversuche verhindert wird.
  7. Eindeutige Benutzer-IDs: Fordern Sie die Benutzer dazu auf, keine E-Mail-Adressen als Benutzernamen zu verwenden. Diese einfach Maßnahme kann das Risiko der Wiederverwendung von Zugangsdaten drastisch reduzieren.
  8. Regelmäßige Aktualisierung von Sicherheitsprotokollen: Cyber-Bedrohungen entwickeln sich ständig weiter. Wenn Sie Ihre Sicherheitsprotokolle regelmäßig aktualisieren, sind Sie potenziellen Angreifern einen Schritt voraus.
  9. Klären Sie Ihre User auf: Das schwächste Glied in der Sicherheit ist oft der Endnutzer. Wenn Sie Ihre User regelmäßig über die Bedeutung eindeutiger Passwörter, die Gefahren der Wiederverwendung von Passwörtern und die Methoden von Angriffen zum Ausfüllen von Anmeldeinformationen aufklären, können Sie potenzielle Sicherheitsverletzungen zu einem gewissen Grad verhindern.

Fazit

Credential Stuffing stellt in unserem vernetzten digitalen Zeitalter eine erhebliche Bedrohung dar. Die große Anzahl an Zugangsdaten, die Cyberkriminellen zur Verfügung stehen, macht es sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen unumgänglich, der digitalen Sicherheit eine hohe Priorität einzuräumen. Wenn Sie die Bedrohung verstehen, sich über die neuesten Sicherheitsprotokolle auf dem Laufenden halten und robuste Maßnahmen wie Friendly Captcha implementieren, können Sie das Risiko erheblich verringern und die Sicherheit Ihrer digitalen Identitäten gewährleisten.

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